Bergtouren im Rätikon

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Doppelpremiere bei der Bezirksgruppe Leonberg

Gleich mit zwei frischgebackenen DAV-Wanderführern aus der Bezirksgruppe Leonberg ging es vom 21. bis 24. Juli 2016 rund um die Lindauer Hütte ins Montafon. Ein grenzüberschreitendes Abenteuer ins Rätikon.

Das in der Ausschreibung geforderte Tagespensum von bis zu 10 Stunden und 1300 Höhenmetern war nicht geschwindelt. Tatsächlich kam die bunt gemischte, 13-köpfige Gruppe auf dem Weg zur Sulzfluh auf 2812 m ganz gehörig in Schwitzen. Die Abkühlung, den ersten Gipfel bereits im Blick aber noch nicht erreicht, lies in Form eines ordentlichen Gewitters jedoch nicht lange auf sich warten. Dem umsichtigen Handeln der Wanderführer sei Dank, dass alle den raschen Abstieg bei Sturm, plötzlichem Kälteeinbruch und peitschendem Regen trotz vollgelaufener Bergschuhe heil hinter sich brachten. Müde und durchgeweicht schmeckte das Essen in der gemütlich warmen Hütte gleich doppelt so gut. Ein Spaziergang durch den Alpengarten rundete den Abend ab. Doch so schnell lassen sich Bergfreunde vom Wetter nicht einschüchtern.

Gleich am nächsten Tag standen die Drusentürme auf dem Programm. Schon am Vormittag zog die erste Gewitterfront auf. Weitgehend vom nächsten Regenguss verschont, umrundete ein Teil der Gruppe, motiviert bis in die nassen Schuhe, den Sporerturm. Die anderen machten sich auf zu einer blumenreichen Runde zum Öfapass und beobachteten dabei das muntere Treiben der Murmeltiere und Gämsen. Auf dem Rückweg schmeckte frischer Montafoner Sauermilchkäse und Buttermilch auf der Alm. Der Käse soll, erzählt man sich, auch gegen Kater helfen und sei ein regelrechter Schlankmacher.

Der Abreisetag versprach dann endlich Traumwetter samt wolkenlosem Himmel. Nichts da mit Abstieg zu den Autos, jetzt wollten es alle noch einmal wissen. Also ging es mit dem gesamten Gepäck hoch zur Geißspitze (2234 m). Kaum in Gipfelnähe, hüllte eine Wolkenfront das unerschütterliche Grüppchen erneut ein. Aussicht vorübergehend null. Na, ja, wir waren fast nichts anderes gewöhnt. Also tapfer weiter über den wunderschönen Golmer Höhenweg und dann die Überraschung: Erst eine ganze Herde Steinböcke, dazu Murmeltiergepfeife und dann riss für eine Minute das dichte Grau auf und ließ den Blick auf die gegenüberliegende Sulzfluh und die drei Drusentürme zu. Traumhaft und unvergesslich zugleich.

Danke und Glückwunsch an das Wanderleiterteam Ulrich Ramsayer und Nicola Ortugno. Die Premiere samt Gewitter habt ihr gut gemeistert. Zudem kam das Grüppchen in den Genuss, sich in zwei Gruppen aufteilen zu können, jede mit einem ortskundigen Wanderleiter versorgt.

Bilder: Ulrich Ramsayer und Holger Brehm

Text: Sabine Ries

 

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