Bergwanderungen im Pitztal

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Ende Juli machten sich 4 Männer und 6 Frauen auf den Weg nach Zaunhof im Pitztal, um an einer mehrtägigen Wanderung der DAV-Gruppe Leonberg teilzunehmen. Die meisten Teilnehmer kannten sich von früheren „Lothar-Touren“ und entsprechend groß war die Wiedersehensfreude. Als wir im Pitztal ankamen war das Wetter noch recht bescheiden. Dichte Wolken verdeckten die Sicht auf die Berge. Die Ludwigsburger Hütte (1935 m) war nach gut zwei Stunden Aufstieg bald erreicht. Nach dem Bezug der Matratzenlager entschieden sich die Frauen trotz schlechter Sicht noch den Panoramaweg zu gehen. Diese Unternehmung wurde zwar nicht mit Aussicht, aber dafür mit vielen Heidelbeeren belohnt.

 

Am nächsten Morgen verließen wir schon vor 8 Uhr die Hütte, um unseren Weg zur Erlanger Hütte in Angriff zu nehmen. Bei bestem Wanderwetter stiegen wir auf zum Hohen Gemeindekopf (2770 m). Über steile Wiesenhänge und zuletzt entlang der massiven Lawinenverbauung erreichten wir diesen Gipfel. Von hier aus war auch schon unser nächster Gipfel, der Wildgrat (2971 m) zu sehen. Nach einer kleinen Rast stiegen wir ca. 200 m ab, um dann auf felsigem Pfad den steilen Weg auf den Wildgrat hochzuwandern. Begeistert von der herrlichen Rundumsicht war die Anstrengung schnell vergessen. Hinter der Kette der Lechtaler Alpen mit der markanten Holzgauer Wetterspitze konnten wir die Berge des Allgäuer Hauptkamms erkennen. Auch unser Hüttenziel, die Erlanger Hütte war von hier oben schon zu sehen. Nun folgte der etwas beschwerliche Abstieg über Blockgestein und Geröll und über zwei kleine Schneefelder hinunter zur Erlanger Hütte (2541 m). Wunderschön liegt diese Hütte beim malerischen Wettersee. Müde von einem langen Wandertag richteten wir unser Nachtlager im „Jugendraum“ der Erlanger Hütte ein.

 

Für den nächsten Tag war ab dem Mittag Regen vorhergesagt. Wir mussten unsere Regenkleidung aber bereits beim Abmarsch anziehen. Vorbei an einem kleinen See ging es bald bergan zur Feilerscharte. Der Weg verlief jetzt fast ausschließlich über Blockgestein und zuletzt, immer noch über grobe Steine, steil bergauf zur Feilerscharte. Hier machten wir nach dieser Anstrengung erstmal eine Pause. Der Gipfel des Fundusfeilers (3079 m) war greifbar nahe, ca. 150 Höhenmeter fehlten uns noch. Wegen der schlechten Sichtverhältnisse entschlossen wir uns, den Gipfel nicht mehr zu besteigen. Einige waren etwas enttäuscht, aber der Großteil der Gruppe wollte lieber weitergehen in Richtung Frischmannhütte. Der Abstieg von der Feilerscharte führt über eine Steilstufe, die mit Drahtseilen und Krampen gut gesichert ist. Hoch über Umhausen thront die Frischmannhütte, die zum Österreichischen Touristenverein gehört.

 

Am Abend setzte erneut Regen ein, es regnete die ganze Nacht durch recht heftig. Erst gegen morgen ließ der Regen etwas nach. Eigentlich war vorgesehen, wieder zurück über die Feilerscharte und dann über das Lehnerjoch zur Ludwigsburger Hütte, zu wandern. Da der Weg jedoch trocken schon nicht einfach war, wollten wir kein Risiko eingehen, und es wurde entschieden, nach Umhausen ins Ötztal hinabzuwandern. In ziemlich genau drei Stunden erreichten wir in Umhausen die Bushaltestelle. Wir hatten Glück, denn bereits nach zehn Minuten kam der Bus nach Imst. Dort mussten wir dann umsteigen in den Bus Richtung Mittelberg. Es war eine kurvenreiche, flotte Busfahrt und einige stiegen bei der Haltestelle „Wiese“ etwas blass aus. Nach einer kleinen Stärkung im Gasthof nahe der Haltestelle wanderten wir auf einem schönen Steig wieder hoch zur Ludwigsburger Hütte. Alle freuten sich schon auf die gute Küche dort, die wir ja schon an unserem ersten Abend genießen konnten. Auch wenn dieser Tag anders verlief als ursprünglich geplant, waren sich alle einig: Es war wieder ein schöner Tag, und wir ließen ihn beim „Hornochsenspiel“ auf der gemütlichen Hütte zufrieden ausklingen.

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