Höllental-Klettersteig auf die Zugspitze (29.06.-30.06.2019)

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In der neuen Höllentalangerhütte waren schon im Jahr 2018 Plätze für zehn Zugspitz-Gipfelanwärterinnen und Gipfelanwärter gebucht, doch leider hat uns Petrus einen Strich durch die Rechnung gemacht. Also planen wir im Juli 2019 einen neuen Anlauf und verfolgen diesmal noch interessierter die Entwicklung der Wetter- und Gletscherverhältnisse. Diesmal haben wir Glück und steigen am Samstag nachmittag - zunächst in kleinen Gruppen - von Hammersbach zwischen Garmisch und Grainau bei bestem Wetter zu unserem Quartier auf. In der Höllentalschlucht erwarten uns trotz der hochsommerlichen Verhältnisse noch imposante Eismassen und kurz vor der Höllentalangerhütte gilt es noch ein Schneefeld zu queren, bevor wir auf der Terrasse vor der schönen neuen Hütte endlich diverse Erfrischungsdrinks und das herrliche Panorama genießen, während schließlich auch die Nachzügler eintreffen. Dank des lauen Sommerabends lassen wir uns auch das leckere Abendessen auf der Terrasse schmecken. Die Nacht verbringen wir in schönen Zimmerlagern.
Am nächsten Morgen wandern wir zunächst weiter zum Talschluss und kommen schon bald nach dem Start und noch vor dem ersten Steilaufschwung mit der langen 'Leiter' bereits mächtig ins Schwitzen. Als nächste Herausforderung queren wir über Stifte das sogenannte 'Brett', eine nahezu senkrechte Felswand. Dann wandern wir erst mal wieder durch gemütliches Gelände, bis wir den Gletscher erreichen und die Steigeisen anziehen. Über guten Firn geht es zunächst noch flach und dann steiler bis zum Einstieg in den Klettersteig, der heute gut machbar ist und über den wir die restlichen 500 Höhenmeter bis zum Gipfel meistern. Leider wird es auch mit zunehmender Höhe kaum kühler. Trotz der Hitze gibt es immer noch Spuren des schneereichen Winters, und nach der aussichtsreichen Irmer Scharte sind noch ein paar heikle Eis- und Schneepassagen zu überwinden.
Wegen der nahezu tropischen Temperaturen und der dünner werdenden Luft ziehen sich die letzten Höhenmeter arg. Beim letzten kurzen Stück zum Gipfel herrscht ziemliches Gedränge und für die letzten Meter zum Gipfelkreuz und wieder hinunter müssen wir uns immer geduldig in den Strom der Seilbahntouristen einreihen. Doch umso besser schmecken anschließend die Gipfelradler, die wir uns nach den heutigen 1600 m Aufstieg redlich verdient haben. Leider ist die Sicht heute nicht so gut wie bei unseren früheren Besteigungen, doch unsere gute Stimmung und unser Gipfelglück kann das nicht trüben.
Nach einer ausführlichen Rast auf der gut bevölkerten Gipfelterrasse bestaunen wir auf dem Weg zur Seilbahn die Neugestaltung des Gipfelbauwerks und schweben schließlich mit der riesigen neuen Gondel mit gut 10 m/sec zügig die knapp 2000 Höhenmeter zum Eibsee hinunter. Als wir in der hochmodernen Talstation die Gondel der neuen Pendelbahn verlassen, trifft uns dank der Hitze im Tal fast der Schlag und wir sind froh, als wir nach der Fahrt mit der Zugspitzbahn zurück nach Hammersbach und nach einem Einkehrschwung endlich die Heimfahrt in unseren klimatisierten Autos antreten und jetzt unsere 'tropische Gipfeltour' noch mal in Ruhe Revue passieren lassen.

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