Skihochtouren in den Berner Alpen

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Alle 13 Teilnehmer der Tourenwoche treffen sich am Freitagabend in der Jugendherberge in Interlaken. Die Wetteraussichten für die nächsten Tage sind ziemlich gemischt, was sich vermutlich auf die Tourenplanung auswirken wird.

Samstag:

Gut gefrühstückt geht es morgens um 9:00 Uhr mit der Bahn hinauf zum Jungfraujoch. Dort genießen wir bei herrlichem Wetter die tolle Aussicht, bevor wir auf dem leider windverblasenen Schnee hinunter zum Konkordiaplatz fahren.

Hier kleben wir für den Aufstieg zur Grünhornlücke die Felle auf die Ski. Im Angesicht des Finsteraarhorns und der gleichnamigen Hütte queren wir anschließend über den Fieschergletscher hinüber, um die letzten 100 hm Aufstieg zur Hütte hinter uns zu bringen.

Sonntag:

Planänderung wegen der Wetterprognose: An Stelle des Großwannenhorns machen wir uns heute gleich auf den Weg zu den Fiescherhörnern. Wegen der mangelnden Akklimatisierung ist das zwar nicht optimal, wegen der angekündigten Wetterverschlechterung für Montag/Dienstag jedoch die alternative Eingehtour fürs Finsteraarhorn.

Nach dem langen Marsch von der Hütte nach Norden ist am Ende des Flachstücks zunächst eine gefährliche Eisschlagzone zu passieren und anschließend durch den Gletscherbuch am Seil aufzusteigen. Der Aufstieg gestaltet sich ziemlich zäh, da sich ab ca. 3500 m die Höhe bemerkbar macht.

Deshalb beschließen einige vorzeitig umzudrehen bzw. das schöne Wetter für eine ausgiebige Rast auf dem Gletscher zu nutzen. Ein Teil der Gruppe besteigt über eine kurze Felspassage das Hintere Fiescherhorn (4025m). Da die Zeit zu weit fortgeschritten ist lassen wir das Große Fiescherhorn (4040m) unberührt.

Montag:

Die Prognose für heute ist nicht gut, wobei das schlechte Wetter erst für nachmittags angekündigt ist.

Ein Teil der Gruppe beschließt deshalb, gegenüber den Wysnollen (3600 m) zu besteigen. Die anderen steigen mit Skiern auf zum Hugisattel (4080m) und erreichen am frühen Nachmittag den Gipfel des Finsteraarhorns (4270m), wobei sich der Felsgrat vom Hugisattel bis zum Gipfel ordentlich in die Länge zieht.

Belohnt werden wir mit einer Traumaussicht: Die ganze Schweiz liegt unter dem Nebelmeer, nur die 4000er Gipfel und das Aletschgebiet schauen aus dem großen Schaumbad hervor. Welch ein Glück. Die Abfahrt zur Hütte ist leider lausig, da gefühlt alle 10 m die Schneeart oder wechselt zwischen Bruchharsch, Harsch und Pulver.

Dienstag:
Noch scheint das Aletschgebiet die Wetterinsel der Glückseeligen zu sein, so dass wir bei Sonne und teilweise Wolken gemütlich den Übergang zur Konkordiahütte schaffen. Einzige Herausforderung sind die 530 Stahltreppenstufen hinauf zur Hütte.

Mittwoch:
Nun hat‘s uns erwischt. Es stürmt heftig und schneit leicht. Kein Wetter für das Großgrünhorn. Schade.

Ein Teil der Gruppe beschließt, heute noch über die Lötschenlücke die Heimreise anzutreten.

Wir anderen verbringen den Tag auf der Hütte und führen Trockenübungen zum Spaltenbergen durch.

Abends erfahren wir, dass die anderen auf der Hollandia Hütte gestrandet sind, da die Sicht für die Abfahrt durchs Lötschental zu schlecht und keine Spur vorhanden war.

Donnerstag:
wegen des Wetters beschließen wir, heute ebenfalls die Heimreise anzutreten. Der Sturm hat sich zwar gelegt, das Wetter ist aber immer noch unbeständig und für Freitag ist schon die nächste Schlechtwetterfront angekündigt.

Also Abstieg von der Hütte über die 530 Stahltreppen hinunter zum Skidepot und von dort der lange Marsch hinauf zur Lötschenlücke (3200m). Leider sind wir da oben dann wieder völlig im Nebel, der Durchschlupf lässt sich jedoch nicht verfehlen und die Abfahrt wird erleichtert durch ein paar vorhandene Spuren. Auf ca. 3000m kommen wir unter die Wolkenschicht und haben halbwegs passable Sicht, so dass wir die Abfahrt im oberen Teil bei tollem Pulverschnee genießen können.

Von Blatten geht‘s mit Bus und Bahn zurück nach Interlaken. Wir freuen uns über die gemeinsamen Erlebnisse der vergangenen Woche.

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